Erst wenige Wochen ist es her, dass auf der Sicherheitskonferenz in München und dem Weltwirtschaftsforum in Davos ein düsteres Bild von schweren aktuellen Spannungen, Krisen und Kriegen gezeichnet wurde. Die direkten und indirekten Drohungen, die eher Teil einer Kriegsrhetorik sind, als dass sie Vertrauen schaffen können, zeigen: Wieder einmal seit dem kalten Krieg stellt sich die Welt die Frage, wann uns das Ganze um die Ohren fliegt.

Aber gerade  hier sollte uns die prophetische Mahnung des Jeremia „Sie sagen: Friede! Friede! Und ist doch nicht Friede“ innehalten lassen. Wohin führen uns die Spannungen im In- und im Ausland?  – Wer sich nicht einfach abfinden will mit getwitterten Sätzen von Sprüche klopfenden Populisten, die hetzen und verletzen oder gar töten können, möge wirklich innehalten, nachdenken und sich besinnen. Jeremia, der Prophet spricht von Umkehr zum Gott Israels, fordert auf zum Vertrauen auf diesen Gott. Uns in dieser säkularen Gesellschaft sind solche Forderungen fremd geworden. Wir reden anders. Wir sprechen von kalkulierbaren und unkalkulierbaren Risiken, von vertrauens-bildenden Maßnahmen oder Misstrauen.

Wenn wir aber sehen wollen, was die biblischen Propheten über rein politisch säkulare Aussagen hinaus zum Frieden sagen, dann ist es wohl dies. Erstens: Friede, der diesen Namen wirklich verdient, ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Denn Schalom, und das heißt ja Friede und Wohlergehen im biblischen Sinn, gibt es nur miteinander, nicht gegeneinander. Doch Friede zwischen Menschen kann nicht wachsen, wenn die Schwachen und Mittellosen weiter belastet, die Starken aber weiter geschont werden. Friede braucht eben immer das Maß der Gerechtigkeit, das dem Mitmenschen friedlich sein Glück gönnt. Schalom wird nur da sein, wo „Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen“ (Psalm 85,11).Und Zweitens: Zu Frieden und Gerechtigkeit gehört eben auch ein Maß an Vertrauen, dass dieser Gott uns zu Leuchten friedvollen Zusammenlebens in diesem Land und in dieser Stadt werden lässt. Leben wir der Welt und den Menschen in unserer Umgebung diese Haltung mit frohem Herzen vor!

Ralf Wagener

Ralf Wagener

Pfarrer, Religionspädagoge am Leo-Sympher Berufskolleg Minden

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