Unter dieser Losung steht der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag im Juni in Dortmund, zu dem an diesem Sonntag bundesweit in besonderen Gottesdiensten eingeladen wird.

Als Motto eines Kirchentreffens verstanden, klingt das, als würde ein Ausrufungszeichen gesetzt – von Menschen, die die Erfahrung machen konnten, dass sie mit Gottvertrauen durchs Leben gehen.

„Was für ein Vertrauen?“, wird aber auch die eine oder der andere fragen, wenn da, mitten in schweren Lebenserfahrungen, so gar kein Halt greifbar scheint und fromme Sprüche einfach an einem abprallen.

Es ist ein großes Glück, wenn Vertrauen zwischen Menschen gewachsen ist und sie es genießen können. Aber Vertrauen lässt sich nicht befehlen. Auch die vielfältigsten Argumentationen können Vertrauen zwischen Menschen nicht herstellen, denn es ist ein Gefühl, dass auf Erfahrung aufbaut und schnell brüchig wird.

Das Leitwort des Kirchentages ist einer Geschichte der Bibel entnommen. Ohne es selbst wirklich erklären zu können überstehen die Menschen eine völlig aussichtslose Bedrohung. Sie wissen: Mit unseren eigenen Kräften und Möglichkeiten hätten wir das nie geschafft. Ist es das Vertrauen – zu Gott – das sie gerettet hat?

Die Antwort bleibt offen. Vertrauen in aussichtsloser Situation wächst nicht durch scheinbar logische Erklärungen. Vertrauen lässt sich auch nur sehr begrenzt in guten Zeiten ansammeln, um dann die schlechten besser überstehen zu können.

Gott macht Menschen Mut, sich mit all ihren Zweifeln und Brüchen auf unbekannte Wege zu machen. Erst unterwegs zeigt er ihnen die eigenen Möglichkeiten – und die anderen Menschen, die in schlimmen Zeiten eine vielleicht unerwartete Stütze sind.

Dietrich Bonhoeffer drückte das in einem Vertrauensbekenntnis so aus: Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

Was für ein Vertrauen

Matthias Rausch

Matthias Rausch

Pfarrer bis zum 28.2.19 in der St. Jakobus-Kirchengemeinde in Minden

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