Auch in diesem Jahr gibt es im Evangelischen Kirchenkreis Minden an den Osterfeiertagen eine Fülle von Gottesdiensten und Andachten. Allerdings finden sie nicht wie gewohnt in den Kirchen statt, sondern sind auf Internetseiten von Gemeinden und auf YouTube zu finden.
Ebenso wie die Gemeinden und die Kirchenkreise nutzt auch die Landeskirche in diesen Tagen mehr als je zuvor digitale Möglichkeiten der Kommunikation. Präses Dr. Annette Kurschus veröffentlicht Video-Botschaften über die sozialen Medien und predigt am Ostersonntag im ZDF-Fernsehgottesdienst. Dieser Gottesdienst kommt aus der Saalkirche in Ingelheim und wird gesendet um 9.30 Uhr.
Parallel dazu wird ein nicht digitales, aber traditionsreiches Medium eingesetzt, um Christen zu zeigen, dass sie auch in Zeiten erheblicher Kontakteinschränkungen miteinander verbunden und Teil einer großen Gemeinschaft sind. Von 9.30 bis 9.45 Uhr läuten am Ostersonntag überall in Nordrhein-Westfalen die Kirchenglocken. Dieses Osterläuten ist ökumenisch; es geht zurück auf eine gemeinsame Initiative der drei evangelischen Landeskirchen und der fünf katholischen Bistümer Nordrhein Westfalens. „Gerade angesichts der Corona-Pandemie soll das gemeinsame Läuten lautstark die Osterfreude zum Ausdruck bringen“, sagt Superintendent Jürgen Tiemann.
Am Ende des ZDF-Fernsehgottesdiensts gibt Präses Kurschus um 10.15 Uhr das Signal für eine Aktion unter dem Motto „#osternvombalkon“. Die Idee dahinter ist, dass überall in Nordrhein-Westfalen Bläserinnen und Bläser aus ihren Häusern und Wohnungen hinaus treten und vom Balkon, von der Terrasse oder aus dem Vorgarten heraus „Christ ist erstanden“ blasen. „Wer dann mitsingen will, soll das sehr gern tun“, betont Kreisposaunenwart Lothar Euen, „der Text findet sich im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 99.“ Mancher Bläser und manche Bläserin werde sicher auch weitere Osterlieder zu Gehör bringen. Allein im Kirchenkreis Minden gebe es rund 30 Posaunenchöre mit mehr als 500 Mitgliedern. „Die meisten werden sich an der Aktion beteiligen“, sagt Euen. Eine entsprechende Aktion findet auch am Johannes Wesling Klinikum statt – dort wird im Außengelände vor den Fenstern der Patientenzimmer geblasen und gesungen.
Auch wenn in Fernseh- und Internetgottesdiensten keine Klingelbeutel herumgehen können, besteht Ostersonntag die Möglichkeit einer Kollekte. Unter www.kollekte-online.de ist es ab Ostern 2020 möglich, sich im Internet über landeskirchliche Kollekten zu informieren und dann auch unkompliziert online zu spenden. An Karfreitag ist die Kollekte vorgesehen für das Flüchtlingshilfe-Projekt „NesT. Neustart im Team“, am Ostersonntag für die Aktion „Kirchen helfen Kirchen“.
Neben diesen Nordrhein-Westfalen-weiten Aktionen und den Internetgottesdiensten aus dem Mühlenkreis gibt es in vielen Gemeinden besondere Oster-Angebote. So plant zum Beispiel Pfarrer Johannes Röskamp in Leteln und Aminghausen einen „Kreuzweg“, auf dem man die einzelnen Stationen auf dem Weg Jesu zum Kreuz interaktiv nachvollziehen kann. „Alle derzeit verbindlichen Sicherheitsmaßnahmen wie der gebührende Abstand zwischen den Teilnehmenden werden dabei selbstverständlich berücksichtigt“, erklärt er. Ein besonderes Angebot gibt es auch auf den Friedhöfen: Dort finden zwar in diesem Jahr am Ostermorgen nicht die traditionellen Andachten statt. Aber um 7 Uhr spielen dennoch einzelne Bläser am Hochkreuz sowie an der Kapelle des Nordfriedhofs und um 8 Uhr im Botanischen Garten. Angehörige, die wie gewohnt früh am Ostersonntag den Friedhof aufsuchen möchten, können das also tun – sofern sie dabei die Abstandsregeln befolgen.

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