Zwar geht die Urlaubszeit zu Ende, aber vielleicht wirkt sie in dem ein oder anderen noch nach. Immerhin waren viele wieder unterwegs an anderen Orten und haben dort womöglich Neues ausprobiert. Eine Sportart, einen anderen Lebensrhythmus, eine bestimmte Form der Entspannung oder sonst etwas. Und am Ende bleibt die Erinnerung. Der Alltag und die Gewohnheit lässt das Neue schnell verblassen.

Doch ganz ohne Spuren geht das Erlebte nicht vorbei. Vielleicht kommt bei dem einen oder der anderen der Gedanke hoch, dass beim Ausprobieren des Neuen, Eigenschaften und Energien freigesetzt wurden, die bisher unentdeckt oder gar vergessen waren. Und manchmal, in Einzelfällen mag es sein, geht das Erlebte so tief, dass jemand darangeht, das eigene Leben nachhaltig zu verändern. Sicher sind das die Ausnahmen, aber bringen einen solche Ausnahmen nicht auch mitunter dazu an eigene Wünsche zu denken, die sich nach Veränderung sehnen. Und es gibt bei genauem Hinsehen doch eine Vielzahl von Menschen, die tatsächlich mit einem Mal ihr Leben vollständig verändern, etwas Neues beginnen: den Beruf wechseln, das Land verlassen, oder die Karriere zugunsten von Engagement für die Mitmenschen, die Umwelt oder die Kultur hintanstellen.

Für die Meisten bleiben solche Menschen Ausnahmen, bewundernswert aber nicht zur Nachahmung geeignet. – Wie hören die Menschen dann aber die Worte aus der Offenbarung: Siehe, ich mache alles neu.“ (Apk 21,5)? Sind diese Worte eine Bedrohung des bisherigen, vermeintlich sichern Lebensstils oder ermutigen sie Strukturen zu verlassen, die die eigenen Talente, die eigenen Wünsche und somit einen großen Teil des eigenen Lebens einengen oder gar verkümmern lassen.

Ich verstehe die Worte als Ermutigung, sich mit den Möglichkeiten, die Neues eröffnen, tiefer auseinanderzusetzen und Veränderungen zu wagen, herauszutreten aus Gleichförmigkeit und Langeweile, aus Routine und Alltagsperfektion. Denn in jeder und jedem von uns steckt so viel mehr, als das, was wir tatsächlich leben. Und insofern weitet das Wort der Offenbarung den Blick auf ein Leben in Fülle, ein gutes, ein reiches Leben. Ich bin gespannt, was Ihnen und was mir gelingt?!

Christoph Kretschmer

Christoph Kretschmer

Pfarrer im Freiherr vom Stein Berufskolleg

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