Mit einem engagierten und detailreichen Vortrag über die Gründungsgeschichte des Evangelischen Kirchenkreises Minden war jetzt Professor Dr. Jürgen Kampmann von der Universität Tübingen in Minden zu Gast.
Auf Einladung des Mindener Geschichtsvereins und des Evangelischen Kirchenkreises Minden referierte Kampmann in der Offenen Kirche St. Simeonis. Anlass war, dass der Kirchenkreis in diesem Jahr „Geburtstag“ hat: Die Gründung geht auf einen preußischen Erlass vom 9. Juli 1818 zurück.
Kampmann machte deutlich, dass der Erlass im Prinzip als eine konsequente Folge der Ereignisse in Wittenberg rund 300 Jahre zuvor zu werten ist. Die Bücherverbrennung von 1520 am Wittenberger Elstertor führte zur Trennung der evangelischen und der katholischen Kirche. In den Jahren und Jahrzehnten danach waren erste lutherische Kirchenordnungen zunächst nur in jeweils kleinerem Rahmen, auf lokaler Ebene möglich.
Früher oder später war es unumgänglich, aus den vielen kleinen protestantischen Einheiten ein größeres Ganzes zu formen. Die dafür nötigen Voraussetzungen schuf der Wiener Kongress 1814 / 1815. Dort gelang es dem preußischen König, seine bis dahin nicht zusammenhängenden westlichen Gebiete zusammenzufassen. So wurde es möglich, im nächsten Schritt die preußische Provinz Westfalen zu gründen. Von diesem Punkt aus war es nicht mehr weit, in der neuen westfälischen Provinz nach den weltlichen auch die kirchlichen Strukturen neu organisieren zu wollen. Mit dem Erlass im Sommer 1818 wurden 16 so genannte „Diözesen“ gegründet – die Vorläufer der heutigen Kirchenkreise.
Zur Diözese Minden sollten die Kirchengemeinden Minden, Hartum, Hille, Friedewalde, Petershagen, Ovenstädt, Buchholz, Schlüsselburg, Heimsen, Windheim, Lahde, Dankersen, Hausberge, Lerbeck, Kleinenbremen, Eisbergen, Veltheim, Holzhausen, Holtrup, Hausberge, Eidunghausen, Volmerdingsen und Bergkirchen gehören. Ein Beschluss auf der Provinzialsynode 1838 führte zur Gründung des Kirchenkreises Vlotho, dem auch einige zuvor zu Minden gehörige Gemeinden zugeordnet wurden. Es entstand ein Gebilde, das damals zwar noch nicht „Kirchenkreis“ hieß, im Wesentlichen aber bereits den heutigen Gegebenheiten entsprach.
Ein Jubiläumsempfang anlässlich des zweihundertjährigen Bestehens des Kirchenkreises Minden findet am Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr in der Ratskirche St. Martini statt. Mit einem Festvortrag zum Thema „Herausforderungen für Christen und Kirchen im 21. Jahrhundert“ ist dort Professor Dr. Wolfgang Huber zu Gast, der ehemalige Vorsitzende der EKD. Interessierte sind herzlich eingeladen.

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