Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Minden ist am Freitag im Gemeindehaus in Hille zusammengekommen. Aus dem Bericht von Verwaltungsleiter Ulrich Schlomann wurde deutlich: Wie schon in den Vorjahren fällt das Kirchensteueraufkommen letztlich besser aus als erwartet. Für 2020 rechnet die Evangelische Landeskirche von Westfalen mit Einnahmen in Höhe von rund 520 Millionen Euro. Davon fließen 11,7 Millionen Euro in den EKD-Finanzausgleich für die finanziell schlechter gestellten Landeskirchen in Ost- und Mitteldeutschland. 330,5 Millionen Euro gehen an die 27 westfälischen Kirchenkreise mit ihren 490 Gemeinden.
Davon entfallen voraussichtlich 10.878.000 Euro auf den Evangelischen Kirchenkreis Minden. Das sind zwar rund 328.900 Euro mehr als im Vorjahr, aber letztlich reicht das Budget gerade aus, bestehende Standards zu halten. Denn allein 80 Prozent des Budgets entfallen auf Personalkosten; in diesem Bereich sind die Kosten um drei Prozent gestiegen. Was über die bisherigen Standards hinaus geht wie zum Beispiel die Notwendigkeit, aufgrund landeskirchlicher Vorgaben zusätzliche Stellen etwa für die Buchhaltung einzurichten, muss aus Mehreinnahmen der Vorjahre finanziert werden. Für die evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder werden 1.322.833 Euro bereitgestellt.
Im Kirchenkreis Minden fließen rund 75 Prozent des Etats (etwa 8.158.500 Euro) in die Kirchengemeinden und rund 25 Prozent (circa 2.719.500 Euro) stehen für Aufgaben des Kirchenkreises bereit.
In seinem Bericht über aktuelle Entwicklungen und Themen im Kirchenkreis ging Superintendent Jürgen Tiemann u. a. auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen ein. Seit 1970 hat der Kirchenkreis rund 40 Prozent seiner Mitglieder verloren; derzeit liegt der Bestand bei rund 73.000 Mitgliedern. Der in diesem Jahr vorgelegten EKD-Studie „Kirche im Umbruch“ zufolge setzt sich dieser Trend in den nächsten Jahrzehnten unverändert fort. Es ist also abzusehen, dass die Zeiten, in denen sich kirchliche Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr steigern, bald vorüber sind.
Angesichts dieser Perspektive bemühen sich sowohl der Kirchenkreis als auch seine Gemeinden darum, sich neu aufzustellen. Zwei Anträge, die auf der Synode eingebracht wurden, verdeutlichen exemplarisch dieses Bestreben.
Antrag eins zielte darauf, dass immer wieder Kirchengemeinden in Not geraten, weil ihre Kirchen saniert werden müssen und dabei hohe Kosten entstehen. Aktuell steht zum Beispiel die St.-Marien-Gemeinde vor der schwierigen Aufgabe, rund 1,8 Millionen Euro für die Sanierung ihres Kirchturms aufzubringen. Nur, wenn das gelingt, gilt die Zusage des Bundes, die Sanierung mit weiteren 1,8 Millionen Euro zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund beschloss die Synode einen Prozess, der gründlich prüft, welche alternativen Finanzierungsmodelle für das Gebäudemanagement in Frage kommen. Denn nach den geltenden Regeln erhält die St.-Marien-Gemeinde über die so genannte „Gebäude-Pauschale“ für 2020 163.941 Euro – und ist daher extrem auf Spenden angewiesen, wenn die Sanierung gelingen soll.
Antrag zwei, eingebracht vom Kreissynodalvorstand, bat um Unterstützung für das Konzept, aus Rücklagen eine kreiskirchliche Stiftung zu errichten, deren primärer Zweck die Erhaltung historischer Kirchen ist. Nachrangig soll die Stiftung außerdem synodale Dienste fördern wie Jugendarbeit, Flüchtlingshilfe, Krankenhausseelsorge und Kirchenmusik. Ein Teil des Stiftungskapitals ist als Verbrauchsstiftung gedacht, die Fördergelder als Matching-Fund ausgibt. D. h., wer mit einer bestimmten Summe von der Stiftung unterstützt wird, verpflichtet sich, einen ebenso hohen Betrag noch einmal selbst aufzubringen. Die Stiftung kann also von vornherein über ein Mindestmaß an Kapital verfügen und parallel dazu durch Spenden und Zustiftungen wachsen. Bis zum Sommer wird für diese Stiftung eine Satzung erarbeitet, über die dann von der Synode abgestimmt wird.

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