Wie schon in den Vorjahren fällt das Kirchensteueraufkommen auch in diesem Jahr wieder deutlich positiver aus als erwartet. Für 2019 geht die Evangelische Landeskirche von Westfalen von einem Kirchensteueraufkommen von rund 507 Millionen Euro aus. 11,8 Millionen Euro fließen in den EKD-Finanzausgleich für die finanziell schlechter gestellten Landeskirchen in Ost- und Mitteldeutschland. Es bleiben nach Vorwegabzug für Landeskirche, gesamtkirchliche Aufgaben, Mission und Ökumene sowie Pfarrbesoldungszuweisung noch 313,9 Millionen Euro für die 28 westfälischen Kirchenkreise.
Vor diesem Hintergrund könne der Evangelische Kirchenkreis Minden für 2019 voraussichtlich über 10.549.100 Euro verfügen, erläuterte der Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Minden, Ulrich Schlomann auf der Herbstsynode, die dieses Mal im Gemeindehaus in Bergkirchen stattfand. Zum Vergleich: Das sind rund 344.700 Euro mehr als im Vorjahr; damit hält sich die Haushaltslage auch angesichts der Preis- und Lohnkostensteigerungen im Prinzip auf Vorjahresniveau. Rund 75 Prozent des Budgets (etwa 7.911.825 Euro) fließen in die Kirchengemeinden, rund 25 Prozent (etwa 2.637.275 Euro) stehen für Aufgaben des Kirchenkreises zur Verfügung.
In seinem Bericht über aktuelle Entwicklungen und Themen im Kirchenkreis ging Superintendent Jürgen Tiemann u. a. auf das Jubiläum des Kirchenkreises ein, der nun seit 200 Jahren besteht. Dieser Jahrestag wurde im September gefeiert mit einem Jubiläumsempfang in St. Martini mit einem Festvortrag von Professor Dr. Wolfgang Huber, dem früheren Ratsvorsitzenden der EKD, über die künftigen Herausforderungen für Christen und Kirchen, mit einem Vortrag von Professor Dr. Jürgen Kampmann in der Offenen Kirche St. Simeonis über die Entstehungsgeschichte des Kirchenkreises und mit der Publikation des Buchs „Evangelische Kirchen im Mindener Land. Menschen – Geschichten – Schätze.“
Weiterhin informierte Tiemann über die aktuelle Pfarrstellensituation. In der Gemeinde Lerbeck ist Pfarrer Andreas Folkers Ende August in den Ruhestand gegangen; sein Nachfolger, Pfarrer Thomas Berneburg, ist seit November im Amt. In den Gemeinden Ovenstädt und Buchholz geht Pfarrer Hans-Walter Goldstein am 1. März 2019 in den Ruhestand. Bis zur Wiederbesetzung übernimmt Pfarrer Hendrik Rethemeier die Vakanzvertretung. Seit August 2018 ist Sergio Andrés López Cáceres als Pfarrer im Probedienst im Kirchenkreis tätig; er unterstützt vor allem die Arbeit in der St.-Marien-Gemeinde. Pfarrer Hans-Ulrich Görler, der zuletzt mit jeweils 50 Prozent seiner Dienstzeit für die Anstaltskirchengemeinde Salem-Köslin und für St. Martini tätig war, geht Ende des Jahres 2018 in den Ruhestand. Die Anstaltskirchengemeinde, die aktuell 195 Mitglieder hat, wird zum 1. August 2019 aufgelöst beziehungsweise in die St.-Martini-Gemeinde integriert.
Im weiteren Verlauf der Synode stellte die im Sommer 2017 gebildete Arbeitsgruppe „Pfarrstellen“ ihre Vorschläge für eine neue „Personalordnung“ zur Bewältigung der Gemeindearbeit in den 2020er Jahren vor. Angedacht sind dabei insbesondere ein engere Zusammenarbeit von Nachbargemeinden und die Unterstützung von Pfarrerinnen und Pfarrern durch so genannte „Gemeindemanager“. Nach lebhafter Diskussion wurde beschlossen, dass zu einigen Punkten des Konzepts noch Klärungsbedarf besteht und dass daher auf der nächsten Synode über das Thema entschieden werden soll.
Weiterhin wurde auf der Synode u. a. vom Verlauf der Landessynode berichtet, der Haushaltsabschluss festgestellt, der Haushalts- sowie der Stellenplan für das kommende Jahr beraten und der Vorschlag des Kreissynodalvorstands für die kreiskirchlichen Kollekten 2019 vorgestellt. Für Nachfragen sorgte die Herabsetzung der so genannten „Gebäudepauschale“, mit der Gemeinden notwendige Sanierungen finanzieren sollen. Diese Gebäudepauschale wird aus Kirchensteuermitteln zugewiesen; ihre Reduzierung ist auf neue Vorgaben der Landeskirche für die Bildung von Rücklagen zurückzuführen. Bislang betrug die Gebäudepauschale für Kirchen 1,3 Prozent des Tagesneubauwerts; künftig sind es noch 0,5 Prozent. Für Gemeinden mit jahrhundertealten Kirchen bedeutet das einen deutlichen Verlust. Im Haushalt des Kirchenkreises Minden sind zwar zum Ausgleich dieses Verlusts für die nächsten drei Jahre Sonderzuweisungen vorgesehen. Mit großer Mehrheit beschloss die Synode, dass dieses Thema dennoch einer intensiven weiteren Beratung im Finanzausschuss des Kirchenkreises bedarf.
Veränderungen für den Stellenplan ergeben sich aus dem Konzept der Landeskirche, die Verwaltung kirchlicher Friedhöfe zukünftig zu zentralisieren und statt in den Gemeinden auf Kirchenkreisebene zu organisieren. Entsprechend stimmte die Synode der Einrichtung einer Vollzeitstelle für eine Verwaltungsfachkraft zu. Verstärkung bekommt außerdem die Bauabteilung des Kirchenkreises. Nachdem in der Vergangenheit alle handwerklichen Aufgaben nach außen vergeben wurden, soll im kommenden Jahr ein kleiner Bauhof mit zwei Mitarbeitenden entstehen, so dass es möglich wird, einen Teil der Arbeiten in Eigenregie zu leisten.

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