In ein paar Tagen beginnt für uns Christen die Passionszeit, bei den Katholiken auch Fastenzeit genannt. Die Katholiken sollen fasten und auf Alkohol und Fleisch verzichten. Und die Evangelischen? Fehlanzeige.. Die müssen nicht fasten. Die können einfach so weitermachen wie bisher.

Echt: Einfach weitermachen wie bisher? Das wäre schlimm. Denn für die die Evangelischen beginnt ab Aschermittwoch die „Passionszeit“. Und wer in dieser „Passionszeit“ fasten will, der soll das ruhig tun. Das kann durchaus helfen. Aber worum geht es genau in der „Passionszeit“?

„Passion“ ist lateinisch und bedeutet „Leiden“ und zugleich auch „Leidenschaft“. Es geht dabei um Jesu Leiden und Jesu Leidenschaft.

Sieben Wochen lang sich klar machen, wie leidenschaftlich Jesus das Leben und die Menschen geliebt hat. Jesus hatte eine Liebeskraft, die vor keiner Grenze haltmachte, und die um jeden Menschen kämpfte, auch die hoffnungslosen Fälle, auch die Versager, auch die Gegner, auch die Feinde. Deshalb sein Mut, sich vor die sogenannte Ehebrecherin zu stellen, deshalb sein: „Liebet eure Feinde“, deshalb seine Heilungen selbst am Sabbat, auch wenn er sich dabei Ärger zuzog, weil man da nicht arbeiten sollte, deshalb sein: „Vater, vergib ihnen, was sie tun.“

Jesus hatte eine Liebeskraft, die auch vor dem Tod nicht haltmachte. Als sich die Schlinge um ihn zuzog und er die Chance gehabt hätte, noch rechtzeitig zu fliehen, teilte er lieber mit seinen überforderten Jüngern das Brot und wusch dem Verräter die Füße.

Jesus hat nicht das Leiden geliebt, sondern die Menschen, die leiden. Dafür hat er Leiden in Kauf genommen. Denn er, der Gottessohn, wollte nichts Besseres sein als der Geringste unter seinen Brüdern und Schwestern. Er wollte wissen, wie es ihnen geht, wenn man ganz unten und ganz verzweifelt ist. Deshalb hat er verzichtet.

Wer sich diese Liebe Gottes klarmacht, der kann auch so liebesfähig werden wie Jesus – zumindest teilweise. Und das lohnt sich, denn das Leben wird besser. Um sich diese Liebe Gottes klarzumachen, kann ein eigener Verzicht helfen. Dabei kann man sogar Geld sparen, und das kann man den Armen geben. Dann lohnt es sich gleich doppelt.

Wie auch immer: ob Passions- oder Fastenzeit. Werden Sie erfinderisch und begeben Sie sich ganz individuell auf die Spuren der Leidenschaft Jesu.

 

Eine gesegnete Passions- oder Fastenzeit wünscht

                                                                                                                          

Ihr Pfarrer Manuel Schilling

Manuel Schilling

Manuel Schilling

Pfarrer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Marien

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