Wort zum Sonntag – Ausgabe des Mindener Tageblattes für den 17./ 18. Februar 2018

 

Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch den Frieden,                                            der euch zusammenhält.  Paulus an die Epheser 4,3

 

In diesem Februar wird unser Evangelischer Kirchenkreis Minden 200 Jahre alt. Seine Gründung war damals nicht nur ein Verwaltungsakt, sondern eine Folge der Einführung der Union von Ev.-lutherischen und Ev.- reformierten Gemeinden in Preußen. Und es war eine Sensation. Der König hatte anlässlich des 300. Reformationsjubiläums im Jahr 1817 dazu aufgerufen und eingeladen, als „glaubensverwandte Konfessionen“ fortan das Abendmahl gemeinsam zu feiern und künftig eine Kirche zu sein. Seither gibt es, nicht nur in Minden, sondern in ganz Westfalen und in den anderen Gebieten des damaligen Preußen gemeinsame Synoden. Bei allen Unterschieden, die in den Gemeinden gelebt wurden, verstand man sich seither als eine Kirche.

Anlässlich des 500. Reformationsjubliäums im vergangenen Jahr riefen, angeregt durch den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, viele namhafte Erstunterzeichner die Initiative „Ökumene JETZT!“ ins Leben. Nicht nur Versöhnung, die sich mit der Trennung zufrieden gibt, ist ihr Ziel, sondern gelebte Einheit im Bewusstsein der gewachsenen Vielfalt. Dazu gehört es natürlich auch, die  grundlegenden Themen von Amts-Abendmahls- und Kirchenverständnis nicht außen vorzulassen, sondern neue Wege zu gehen. Gerade die Trennung im Abendmahl schmerzt viele Gläubige besonders. Ich selbst bin in einer Familie und einer Umgebung mit beiden Konfessionen aufgewachsen und kann ein Lied davon singen, habe aber dabei  zugleich erlebt, wie hoffnungsvoll, einfach und unkompliziert das Miteinander oft schon vor 30 Jahren gestaltet wurde. In den 70er  und 80er Jahren waren wir uns sicher, dass wir im Jahr 2000 gemeinsam Abendmahl feiern würden.                                  Gemeinsam haben wir als Christen nun in dieser Woche die Passions- bzw. Fastenzeit begonnen. Wenn diese Zeit von den Kirchen und auch persönlich unterschiedlich gestaltet wird, so werden wir doch alle zusammen an den erinnert, durch den wir Christen sind: Jesus Christus, der  für uns gelebt, gestorben und auferstanden ist. Von ihm fühlen sich Menschen aller Konfessionen gleichermaßen angesprochen, denn  er ist es, der einlädt zum Abendmahl, zur Kommunion, Eucharistie. In allen Kirchen werden vor der Feier des Mahls die selben Einsetzungsworte aus der Bibel gesagt. Hat da irgendjemand das Recht vorzuschreiben, wie ein gläubiger Mensch diese Worte zu hören oder zu verstehen hat? Darf es nicht zugleich sein, dass der eine sich das Brot als Leib Christi, sich ein anderer die Gegenwart Christi oder die Erinnerung an den Weg Christi vergegenwärtigt und man trotzdem zusammen feiert?   Weil Jesus Christus einlädt, ist das Abendmahl, was es ist. Sollten wir nicht das Beste daraus machen? Wenn wir uns  immer neu zusammen bewusst machen, wer uns einlädt, dann ist das die Basis für eine Kirche in Vielfalt und einen Glauben an den lebendigen Gott.

Schauen Sie mal hin: www.oekumene-jetzt.de

Bernhard Speller

Bernhard Speller

Pfarrer in der Evangelisch-reformierten Petrigemeinde Minden

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