Zukunftskonzepte auf den Weg bringen
10. Juni, Minden. Avanti protestanti! mit diesem Ruf zum Aufbruch verband Superintendent Jürgen Tiemann den Hinweis, Klarheit und Erkennbarkeit kirchlicher Aufgaben an zu streben. Das Kirchenparlament des nordöstlichsten Kirchenkreises der Evangelischen Kirche von Westfalen verhandelte im Gemeindehaus Hille-Oberlübbe einen Tag lang Zukunftskonzepte kirchlicher Arbeit. Auf gemeinsame Zukunftsthemen wies Dr. Ralf Niermann in seinem ersten offiziellen Grußwort als neuer Landrat des Kreises Minden-Lübbecke hin. Er hob die Felder „Familie“ und „Kinder“ als gemeinsame Aufgaben von Kreis und Kirchenkreis hervor und erklärte seine Bereitschaft zu guter Zusammenarbeit. Die rund 130 Vertreter der Kirchengemeinden und übergemeindlichen Dienste dankten auch seinem Vorgänger im Amt des Landrats, Wilhelm Krömer, mit anhaltendem Applaus für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
„Was heißt es heute, evangelisch zu sein?“, formulierte Pfarrer Bernd Hüffmann die Leitfrage der anschließenden Diskussion. Bernd Hüffmann, zugleich Stellvertreter des Superintendenten, sprach für den Vorbereitungskreis, der Leitsätze über Selbstverständnis und Auftrag evangelischer Kirche, über ihre Handlungsziele und deren Umsetzung vorgelegt hatte. Wie soll die kirchliche Arbeit zukünftig ausgerichtet sein? In welchen reformatorischen Grundsätzen, welchen Frömmigkeitsstilen und Glaubensprägungen wurzelt die evangelische Kirche in Minden und Umgebung? Wie kann darauf bauend Zukunft gestaltet werden? Ausführlich diskutierten die Anwesenden diese Fragestellungen. „Neben einem Blick in die Geschichte ist die konzeptionelle Vorlage zunächst eine Standortbestimmung.“, kommentierte Superintendent Jürgen Tiemann. „In den kommenden Monaten werden wir unsere zukünftigen Aufgaben und Ziele genauer bestimmen. Heute haben uns die Synodenmitglieder Anregungen für diese nächsten Schritte gegeben.“
Die Mindener Synode setzt damit eine Aufgabe im Rahmen des gesamtkirchlichen Reformprozesses in der westfälischen Landeskirche um. Zu weiteren Beratungen im Herbst soll den Delegierten ein nächster Zwischenbericht vorgelegt werden, bevor der vollständige Konzeptionsentwurf im Jahr 2008 nach ausführlicher Diskussion verabschiedet werden soll.
Gleichzeitig werden die Kirchengemeinden näher zusammenrücken. „Im Norden Petershagens und in einem Teil Porta-Westfalicas haben die Kirchengemeinden bereits eine Zusammenarbeit beschlossen. In anderen Regionen des Kirchenkreises schreitet der Annäherungsprozess weiter voran.", beschrieb Superintendent Tiemann die Aufgabe, bei knapper werdenden Mitteln ein qualitativ gutes Angebot kirchlicher Arbeit vor zu halten.
Auf der Tagesordnung standen auch Informationen zu den Arbeitsfeldern Flüchtlingsberatung und Kindergottesdienst. Cordula Prinz informierte die Synodenmitglieder über die komplexe Arbeit der Flüchtlingsberatung des Kirchenkreises. Danach stellte Pfarrerin Mirjam Philipps neue Ansätze für den Kindergottesdienst und das landeskirchliche Projekt „Mit Kindern neu anfangen" vor. UL







