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Nach der Verleihung des Ehrenamtspreises: Bürgermeister Michael Buhre, Rosi Wahl, Werner Raffel, Stefanie Lüken, Ulrich Treude, Brigitte Tichawa, Ewald Wörndle, Jürgen Kugel und Günter Wahl. (v. l. n. r.). (privat)

Menschen ohne viel Geld, wohlmöglich auch ohne Wohnung und ohne Angehörige: Aus ihnen werden am Ende allzu oft auch Menschen ohne Trauerfeier, ohne eigene Grabstätte und ohne Gedenken. Darum, dass ein Leben so nicht enden muss, kümmert sich bereits seit 2005 die „Friedhofsgruppe Minden“...

Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielt die Gruppe jetzt den Ehrenamtspreis 2011 der Stadt Minden.
Den Ehrenamtspreis gibt es seit fünf Jahren; er wird jährlich verliehen und traditionell zu Beginn des neuen Jahres vom Bürgermeister im Rahmen des Parlamentarischen Abends der Stadt Minden übergeben. Dieses Mal zeichnete Bürgermeister Michael Buhre die Friedhofsgruppe für ihr freiwilliges Engagement als Gruppe und Stefanie Lüken für ihren ehrenamtlichen Einsatz als Einzelperson aus. Lüken engagiert sich bereits seit 42 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Projekten; zum Beispiel ist sie seit 1980 als „Grüne Dame der ersten Stunde“ in Minden am Klinikum aktiv. Die beiden Auszeichnungen sind jeweils dotiert mit 500 Euro.
Bei der Friedhofsgruppe handelt es sich um eine Initiative von Ulrich Treude, der sie in seiner Zeit als Sozialarbeiter im Sozialtherapeutischen Dienst der Mindener Diakonie gegründet hat. Seit November 2009 ist Treude zwar im Ruhestand, betreut die Friedhofsgruppe aber ehrenamtlich weiter.
Was die Initiative erreicht hat, kann sich sehen lassen: Auf dem Mindener Nordfriedhof ist ein Grabfeld mit einer Größe von 360 Quadratmetern entstanden. Es bietet Platz für etwa 20 Erdbestattungen und 40 bis 50 Urnenbeisetzungen. Das „Grabfeld der Erinnerung“ ist als Dreieck mit einem Mittelweg und zwei Querwegen angelegt. Der Mittelweg führt zu einem kleinen quadratischen Platz mit einer Blumenschale, einem Gedenkstein und drei Gedenkstelen. Mit diesen Stelen wird an zwölf Menschen erinnert, die schon vor der Entstehung des Grabfeldes anonym bestattet wurden und die jahrelang Gäste des von Treude gegründeten Sozialen Mittagstisches waren. Seit der Einrichtung des Grabfeldes haben acht Urnenbestattungen und eine Erdbestattung stattgefunden, davon sieben mit Trauerfeier. Von knapp 20 Personen liegen außerdem schriftliche Verfügungen vor, dass sie sich nach ihrem Tod statt einer anonymen eine Bestattung auf dem Grabfeld der Erinnerung wünschen. Hinsichtlich der Kosten für die Beisetzung und die Grabnutzungsgebühr hat sich eine gute Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern in Minden und den benachbarten Städten Petershagen, Hille und Porta Westfalica entwickelt.
Um die Pflege des Grabfeldes – und sieben weiterer Einzelgräber auf dem Nord- und Südfriedhof – kümmert sich eine Gruppe von ehrenamtlichen Kräften rund um Ulrich Treude.
Weitere freiwillige Helferinnen und Helfer sind übrigens sehr willkommen. Der zeitliche Aufwand pro Monat liegt bei etwa drei bis vier Stunden. Nähere Informationen gibt Ulrich Treude unter Telefon: (05 71) 8 29 28 69.