Theaterstück über Judas Ischarioth
Zu einem Theaterstück über die Figur des Judas, der nach der Überlieferung der Evangelien Jesus für Geld an die Obrigkeit verraten hat, lädt die Offene Kirche St. Simeonis am Samstag, dem 20. März um 20.00 Uhr ein.
Zugrunde liegt ein fiktiver Monolog von Walter Jens aus dem Jahr 1975. Auf Initiative des Bad Oeynhausener "Kulturpfarrers" Hartmut Birkelbach ist dieser Text von dem Düsseldorfer Regisseur Oliver Iserloh neu inszeniert worden. Der Mindener Schauspieler Guido Meyer setzt ihn auf eindrucksvolle Weise um.
Walter Jens lässt Judas in seinem Text als einen zutiefst
zerrissenen Menschen zu Wort kommen, der aufrichtig von der Sendung
Jesu überzeugt und bis zuletzt sein Freund war, aber im Laufe der
gemeinsamen Geschichte in seinen Erwartungen und Empfindungen
enttäuscht wird. In seinem Handeln gegenüber Jesus und in seinem
eigenen Selbstmord nimmt er paradoxerweise doch als Märtyrer seinen
Platz in der Heilsgeschichte Gottes ein, um dieser zu ihrem Ziel zu
verhelfen. Damit sprengt Jens das Jahrhunderte lang gepflegte
christliche Klischee vom gottlosen "Heilandsmörder" Judas, der um
Geldes willen seinen besten Freund ans Kreuz liefert.
Im Anschluss an die etwa einstündige Aufführung besteht bei einem
kleinen Imbiss Gelegenheit zum Gespräch miteinander und mit den
Verantwortlichen dieses ungewöhnlichen Theaterprojekts, das der
Ministerpräsident des Landes NRW als "besonders anspruchsvoll"
bezeichnet und finanziell gefördert hat. Eintritt ist frei, für die
Deckung der verbleibenden Kosten wird um eine Spende gebeten.







